Das Motto des Jahres 2019.

 

 

 

„Prima Donna!“
zum 200. Geburtstag von Clara Schumann

 

 


 

Liest man Clara Schumanns Worte auf der ersten Seite, so ist man geneigt ihr zuzustimmen, denn Hand aufs Herz: Wer kennt schon außer der berühmtesten deutschen weiblichen Musikerpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts, deren 200. Geburtstag man in diesem Jahr feiert, noch andere Komponistinnen, geschweige denn ihre Werke? Doch es gibt sie, die komponierenden Frauen in Vergangenheit und Gegenwart, nicht wahrgenommen von der Musikgeschichte, gefangen in einer männerdominierten Gesellschaft, ignoriert von Konzertveranstaltern und Opernhäusern und in früheren Zeiten oftmals der Lächerlichkeit preisgegeben von Kritikern und „Tonangebenden“ des Musiklebens. Bei meinen Vorbereitungen zur MiMiKo-Reihe 2019 bin ich auf so viele interessante und gut klingende Musik gestoßen, dass es mir schwerfiel eine Auswahl zu treffen. Werke von Louise Farrenc, Mel Bonis, Nadia Boulanger, Rebecca Clarke, Germaine Tailleferre, Jane Vignery u.a., sie allesamt verdienen es öfter aufgeführt und gehört zu werden.





Unsere musikalischen Gäste wie z.B. die Cellistin Katharina Deserno, die Bratschistin Barbara Buntrock, die Hornistin Sibylle Mahni, die Pianistin Claudia Meinardus oder das Boulanger Trio haben sich alle intensiv mit Musik von Komponistinnen beschäftigt. Auch der Geiger Laurent A. Breuninger und die Pianisten Matthias Kirschnereit und Christoph Soldan schätzen die Qualität von Werken komponierender Frauen. Hinzu kommen Werke von Komponisten, die in besonderer Beziehung zu weiblichen Künstlerpersönlichkeiten standen wie z.B. Johannes Brahms zu Clara Schumann, Frederic Chopin zu George Sand oder auch Felix Mendelssohn Bartholdy zu seiner Schwester Fanny.




Auch der Humor darf, wie immer in unserer Konzertreihe, nicht zu kurz kommen, und so freue ich mich sehr, dass im Rahmen der MiMiKo-Musik tage der Bestsellerautor Wladimir Kaminer zu Gast ist und uns seine ganz persönliche Sicht auf Frauen näherbringt! Die ersten Sängerinnen eines Opernensembles wurden schon im 18. Jahrhundert als „Prima donnen“, als göttliche Diven von Presse und Publikum verehrt. Doch auch viele Kompo nistinnen und Musikerinnen hätten meiner Meinung nach den Titel „Prima Donna!“ im wahrsten Sinne des Wortes verdient. Freuen Sie sich darauf Neues zu entdecken, viel Spaß dabei!



Ihre Almut Preuß-Niemeyer
Künstlerische Leiterin