Claudio Bohórquez 

 

 

 

Bohórquez fasziniert durch einen ausgesprochen schönen, warmen, satten Ton. Seinen Part,

der von meditativer Tiefe bis hin zu fragilen Flageoletts aufsteigt, gestaltet er wie eine teils

sehr expressive innere menschliche Stimme.“

Otto Paul Burkhardt, Die Philharmonie in der Stadthalle.“

Südwest Presse, 06.12.2016

 

Der in Deutschland geborene Cellist peruanisch-uruguayischer Abstammung zählt zu den gefragtesten Musikern seines Instru­mentes. Als Schüler von Boris Pergamenschikow war Claudio Bohórquez schon früh bei internationalen Wettbewerben wie dem Tschaikowsky-Jugendwettbewerb in Moskau oder dem Rostropo­witsch-Wettbewerb in Paris erfolgreich. Dies gipfelte im Jahr 2000 mit dem Gewinn beim erstmals ausgetragenen Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerb der Kronberg Academy: Neben dem Grand Prix und dem Sonderpreis für die beste Kammermusik­inter­pretation erhielt Claudio Bohórquez aus der Hand von Marta Casals Istomin das Goffriller-Cello von Pablo Casals als zweijährige Leihgabe. Beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf errang er zudem den 1. Preis, der den Beginn seiner Karriere als Solist markierte. Inzwischen unterrichtet Claudio Bohórquez selbst: nach einer Professur an der Musikhochschule Stuttgart hat er nun ab 2016 eine Professur an seiner „Heimat-“ Hochschule für Musik Hanns Eisler inne.

 

 

 

Claudio Bohórquez trat mit fast allen deutschen Rundfunkor­ches­tern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhaus­orchester Leipzig, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, den Wiener Symphonikern, dem Collegium Musicum Basel, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre de Toulouse, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Tonhalle-Orchester Zürich, der Academy of St. Martin in the Fields, der Tschechischen Philharmonie, dem Russischen Nationalorchester und den Warschauer Philharmo­ni­kern auf. In Japan konzertiert er mit dem NHK Sym­phony Orchestra und mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra. In den USA gab Claudio Bohórquez zuletzt Konzerte mit Boston Sym­phony, Chicago Symphony, Cleveland Orchestra, Detroit Symphony, Los Angeles Philharmonic, National Symphony und dem Phila­del­phia Orchestra.

 

Zu den namhaften Dirigenten, mit denen Claudio Bohórquez bisher arbeitete und auftrat, zählen u.a. Daniel Barenboim, Rafael Frühbeck de Burgos, Christoph Eschenbach, Hans Graf, Manfred Honeck, Sir Neville Marriner, Eiji Oue, Krzysztof Penderecki, Leonard Slatkin und Tugan Sokhiev. Claudio Bohórquez ist bei zahlreichen Festivals zu Gast, darunter das Festival Casals in Puerto Rico, City of London Festival, Penderecki-Festival in Warschau oder auch Jerusalem International Chamber Music Festival, Tanglewood, Ravinia und Aspen Festival (USA), Kammermusikfest Lockenhaus und Gidon Kremers Festival „Les Musiques“ in Basel.

 

Claudio Bohórquez wirkte bei zahlreichen CD-Einspielungen, Rundfunkaufnahmen und Fernsehauftritten mit. Er spielt ein Violoncello von G. B. Rogeri, das ihm von der Landeskreditbank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird.

 

 

Zum Mindener Programm

 

Märchenhaft und sagenumwoben 

  

Die vielfältigsten Nationalstile des romantischen Zeitalters begegnen uns beim Konzert des vielfach preisgekrönten Cellisten Claudio Bohorquez.  

Während es Robert Schumann in seinen 5 Stücken im Volkston op. 102 vorrangig um die Stilisierung der Musik im Sinne einer imaginären Folklore ging, in die sich z.B. auch ungarische und nordisch anmutende Klänge mischen, bezieht sich Janaceks Märchen mit seiner Vorliebe für die Verwendung von Sprachrhythmen direkt auf ein poetisches Märchen des russischen Schriftstellers Wasili Schukowski. In der Verbindung von Märchen und Musik lässt er einen ganz besonderen Klangzauber entstehen.

Martinus letzte Komposition Variationen über ein slowakisches Thema bildet noch einmal einen Rückblick auf das Schaffen des schwer erkrankten tschechischen Komponisten, dem die heimatlichen Klänge stets eine Quelle der Inspiration gewesen sind.

 Dasselbe gilt für den berühmtesten Vertreter des norwegischen Nationalstils, Edvard Grieg. Seine Sonate a-moll op. 36 ist ein imposantes Werk von fast sinfonischen Ausmaßen, von großer Vitalität und sagenumwobenem nordischen Flair durchzogen.